Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Gj. 2007
Jürgen Schmidt (Vorsitzer)
Liebe Sportsfreunde, das Jahr 2007 war sicher für alle Beteiligten, jedenfalls für mich, ein ganz besonderes Jahr. Wann gibt es das schon, dass ein 50-jähriges Vereinsbestehen gefeiert wird. Wann kommt man schon mal in die Lage, so ein Fest zu gestalten und auszurichten. Nun gut, mit Hilfe einer so engagierten Mannschaft, wie sie uns zur Verfügung stand, ging es doch wesentlich leichter als zunächst angenommen. An diese Stelle auch noch einmal mein ausdrücklicher Dank an Jene, die, teilweise nur im Hintergrund, dazu beigetragen haben, es zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Ebenso denkwürdig war, zu mindestens nach meiner Einschätzung, unsere Sonderfahrt im Jubiläumsjahr nach Büsum. Wenn mir auf der Fahrt nach Helgoland jemand das Fangergebnis auch nur angedeutet hätte, den hätte ich glatt ausgelacht. Aber ich bin ja auch kein erfahrener Angler. Ich kann mich erinnern, dass, als wir auf einer Probetour waren, uns schon gesagt wurde: wartet doch erst einmal die Rückfahrt ab. Es gibt eben Könner. Aber es gibt auch noch anderes zu berichten: - die Befürchtung, dass mit Wegfall der „Peter II“ eine Massenflut an Aufnahmeanträgen bei uns auflaufen, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Wir können, wie in all den Jahren meiner Verantwortung für diesen Verein, Schritt für Schritt unseren Mitgliederbestand beeinflussen. - Unser diesjähriges HSGA-Angeln war für alle Beteiligten (auch für den Ausrichter) mehr als unbefriedigend. Das hab ich in 20 Jahren noch nicht erlebt. So eine Unverfrorenheit seitens des Betreibers kann ich auch nicht nachvollziehen. Er muß doch wissen, dass auch sein Geschäft von der Mundpropaganda lebt. Nun gut…. Abgehakt… aus Fehlern wird gelernt. Für das kommende Jahr ist eine Änderung vorgesehen, dazu wird Kurt aber weitere Ausführungen machen. - Die weiteren durchgeführten Wertungsangeln waren, abgesehen vom Königsangeln, von der Teilnehmerzahl her gesehen auch nicht dass, was sich ein Veranstalter darunter vorstellt. Mir kann auch keiner sagen woran es liegt. Die Termine sind rechtzeitig bekannt, die Angelreviere hervorragend und trotzdem nur eine Teilnehmerzahl, die man bequem in einem PKW befördern könnte. Wir werden aber trotzdem diese Wertungsangeln aufrechterhalten, erwarten aber auch Eure Mithilfe zum Gelingen. - Unsere Jugendgruppe ist, bedingt durch die Krankheit von Horst, zu einem leichten Problemfall geworden. Ich hoffe aber auch hier, wie auf der vorletzten Vorstandssitzung besprochen, zu einer einvernehmlichen Einigung zu kommen, so dass wir unseren Jugendlichen auch in Zukunft eine Perspektive anbieten können. - Unsere Vereinsangelfahrten wurden größtenteils ohne Probleme durchgeführt, wenn wir einmal von der Tatsache absehen, dass wir 3 Monate ohne Echolot gefahren sind. Als wir dann aber das Boot aus dem Wasser genommen haben, waren wir erschrocken über den Zustand des Unterwasserbereiches. So viel an Muschel- und Algenbesatz hab ich mein Lebtag noch nicht gesehen. - Auf der letzten Mitgliederversammlung haben wir über einen Antrag, betreffend Auslosung des Angelplatzes auf der „Oeftering“. Wir haben den Versuch gestartet, die Auswertung hat ergeben, dass nur ein einziger Angler von diesem Angebot Gebrauch gemacht hat, bei den letzten Ausfahrten dann aber auch nicht mehr. Es ging also aus wie das Hornberger Schießen. Was dabei aber erreicht wurde ist, dass die Plätze nicht schon morgens um 06.00 Uhr oder früher, sondern tatsächlich erst dann wenn vom Bootsführer freigegeben, eingenommen werden. Ansonsten wird bei Bedarf darüber gesprochen, wenn wer auch mal Einschränkungen hat. Und die bleiben bei unserer Altersstruktur nun mal nicht aus. Das Schiff geht in diesem Frühjahr wieder aus dem Wasser, ich werde die Farbenlieferfirma wieder zu diesem Termin einladen. Auch die Lieferfirma soll sehen, wie ihr Produkt arbeitet und uns evtl. Alternativen aufzeigen. - Am Schiff, Haus, Wagen und auf dem Gelände gibt natürlich immer etwas zu tun. Die Erfahrung der letzten Jahre hat uns als Verantwortliche aber gezeigt, dass der Großteil der Mitglieder bereit ist, bei diesen Vorhaben aktiv mitzuwirken. Dafür gebührt Euch unser ganz besonderer Dank. - Ab dem Frühjahr 2008 bieten wir zusätzlich zu unserer „Prof. Oeftering“ ein Angelboot auf der Wakenitz an. Weiteres auch hier von Kurt. - Des Weiteren muß ich Euch berichten von einem Vorfall anlässlich unseres Jubiläumsfestes. Gegen 22.30 Uhr ging das Telefon. Ein Anwohner aus der Boelckestraße beschwerte sich über unsere Musik, die daraufhin sofort abgebrochen wurde. Am 11.11.2007 dann ein Schreiben der Bußgeldstelle der Hansestadt Lübeck mit dem Vorwurf eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben. Ich musste also zur Anhörung. Das Verfahren ist eingestellt worden mit der Maßgabe, sicher zu stellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Lärm und über das übliche Maß hinausgehender Schall eingehalten werden. Ansonsten wird mir im Wiederholungsfall mit einer Geldbuße gedroht. Am 04.01.2008 schickt mir der gleiche Bewohner die Bauaufsichtsbehörde ins Haus, zwecks Überprüfung der baulichen Maßnahmen auf dem Außengelände. Wer weiß, was als nächstes kommt. - Ein nächster Punkt betrifft eine Pilotstudie der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, hier das Institut für Ostseefischerei in Rostock. Das Institut hat für die Jahre 2004 – 2006 eine Studie zur Entnahme von Dorsch durch Angelfischerei in der Ostsee erstellt und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: Freizeitangler entnehmen im Mittel 50 % der Anlandungen der kommerziellen Fischerei (zwischen 1900 und 5100 t Dorsch) Wichtigste Angelmethode ist das Bootsangeln. Ein geeignetes Management sollte für einen Ausgleich der Interessen der Freizeit- und Berufsfischerei sorgen. Die Dorschentnahme durch Angler sollte in die wissenschaftliche Bestandsberechnung und dann auch in die Bewirtschaftung der Bestände eingehen. Was bedeutet dies auf längere Sicht gesehen: 1. wir werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gezwungen werden Fangstatistiken zu erheben. 2. für die Freizeitangler wird ein saisonales und regionales Fangverbot erlassen 3. bei Zuwiderhandlung Strafmaßnahme wir werden diesen Vorgang intensiv beobachten und Euch bei Gegebenheit über den Verlauf unterrichten. - Der Kreisverband hat auch im letzten Jahr wieder ein Bestandsprobefischen auf der Wakenitz (bis zum Kleinen See) durchgeführt. Es ist eine gute Artenvielfalt festgestellt worden, der Schlei war relativ häufig vertreten. Der Zander war leider bei keiner Probefischung dabei. Folgende Besatzmaßnahmen wurden durchgeführt. 1. Trave: 7.300.000 Stück Schnäpel 2. Wakenitz: Karpfen K2-K3 = 58 Ztr.; Karpfen K2 = 31 Ztr.; Satzaale = 400 Kg; Hechte 27 – 40 cm = 180 Stck.; Hechte klein = 68 Kg; Zander klein = 20.200 Stck. Ich komme zum Schluß meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes. Was bleibt unter dem Strich stehen? Unser Verein hat auch im letzten Jahr bewiesen (mit den angemerkten Einschränkungen), dass er lebt. Der Mitgliederbestand ist mit 166 (- 4) annähernd gleich geblieben. Als aktive Mitglieder sind eingetragen = 100; Jugendliche und Auszubildende = 20; Passive = 44; Ehrenmitglieder = 2. Seit Jahren leben wir in dieser Größenordnung, und das nicht schlecht. Die Bereitschaft der Mitglieder sich zu engagieren (auch außersportlich) = Note Gut Zusammenarbeit Vorstand – Mitgliedschaft = Note Gut Zusammenarbeit innerhalb des Vorstandes = Note Gut Auf dieser Basis lässt sich also gemeinsam weiterarbeiten zum Wohle des EHSFV. Ich bedanke mich bei allen Vereinsmitgliedern, bei Jung und Alt, aus Nah und Fern. Ich werde mich bemühen Euer Vertrauen weiterhin zu rechtfertigen. Auf 2008